Perlen der Festmusik
Weihnachtskonzert bei „ palatia Classic” in der Klosterkirche in Eußerthal
DIE RHEINPFALZ, den 29. Dezember 2011
Festliche Klänge erfüllten am zweiten Weihnachtstag die voll besetzte Zisterzienserkirche in Eußerthal. Traditionsgemäß lud der künstlerische Leiter von „ palatia Classic”, Leo Kraemer, in das ehrwürdige Gotteshaus ein und präsentierte mit seinem Chor „ palatia Classic Vocal Ensemble” ein anspruchsvolles Konzert. Ergänzt wurde das Programm von den Solisten Magdalena Hinterdobler (Sopran), Ingrid Paul (Blockflöte) und Laura Vukobratovic (Trompete) und mit einem Beitrag Kraemers auf der Orgel. Aus dem reichhaltigen Fundus der Weihnachtsliteratur fischte Kraemer die kostbarsten Perlen heraus. So war das Spektrum breit gefächert. Das sorgte nicht nur für Abwechslung, es gab auch den Mitwirkenden Gelegenheit, ihre musikalischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Diese bestaunte man bereits in der ersten Darbietung, in der das „ palatia Classic Vocal Ensembles” als achtstimmiger Doppelchor auftrat: in „Advent” und „Weihnachten” aus den sechs Sprüchen von Mendelssohn Bartholdy. Beispielhaft schön entfalteten die Sängerinnen und Sänger den für Mendelssohn so typischen, romantischen Klang und gaben ihm, erfüllt von fein abgestufter Dynamik, beneidenswerte Seelentiefe. Das gilt auch für das mit sehr viel Wärme und innerer Anteilnahme später vorgetragene „Denn er hat seinen Engeln befohlen” und für den großartigen Schlusschoral „Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron” aus der Weihnachtskantate „Vom Himmel hoch” am Ende des Konzerts. Nicht weniger faszinierte das „Transeamus usque Bethlehem”, das ebenso klangbetont und, trotz seiner Mehrtextigkeit zwischen Frauen- und Männerstimmen, klar artikuliert und homogen daherkam. Eine sehr eindrucksvolle Wiedergabe gelang dem Chor mit „Es ist ein Ros entsprungen”, bei der die Zuhörer als singendes Auditorium miteinbezogen wurden. Beeindruckenden Wohlklang erzeugte der Chor in „Heilige Nacht” von Friedrich Reichardt. Auch wenn die Einsätze nicht immer ganz präzise kamen, begeisterten die lupenreine Intonation, die dynamischen Schattierungen und die elegante Linienführung. Von klarer Transparenz und harmonischer Ausgewogenheit waren Teile aus der Deutschen Messe von Franz Xaver Gruber, was die Wirkung des nachfolgenden Liedes „Stille Nacht”, das von Gruber stammt und in einer ergreifenden Interpretation durch den Frauenchor erklang, noch verstärkte. Ein überaus glückliche Hand bewies Leo Kraemer bei der Auswahl der Solisten. Magdalena Hinterdobler bereicherte das Konzert mit ihrem kraftvoll leuchtenden Sopran, der sich in „The blessed Virgin's Expostulation” von Purcell, „Quia respexit” aus Bachs Magnificat von Bach, in „Mariae Wiegenlied” von Reger und in dem populären „Cantique de Noel” von Adolphe Adam in aufwändigen Koloraturen, in dramatischen oder expressiven Passagen prachtvoll emporschwang (Die leichten Intonationsschwankungen in der Bach-Arie verzeiht man ihr gern). Ingrid Paul erwies sich mit ihrem exzellenten Spiel auf der Blockflöte als meisterhafte Solistin. Ein musikalisches Juwel von gestochener Brillanz war die „Engelsnachtigall” von Jacob van Eyck. Laura Vukobratovic glänzte in der Sonate G-Dur von Loeillet mit grandiosem Trompetenspiel. Beide Solistinnen zeigten in einer Symphonie von Lalande, wie gut Trompete und Blockflöte miteinander harmonieren und bereicherten mit professionellem, ausdrucksvollem Spiel auch den Chorgesang. Leo Kraemer hatte das festliche Konzert mit dem Orgelchoral „Gelobet seist du Jesu Christ” von Bach eröffnet und war dem Chor und den Solistinnen am Keyboard und an der Orgel ein zuverlässiger Begleiter. Das gemeinsam gesungene „O du fröhliche” mündete in die Zugabe „Tochter Zion”, die alle Mitwirkende musikalisch vereinte. (wgm) Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ Publikation: Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Rheinschiene Ausgabe: Nr.302 Datum: Donnerstag, den 29. Dezember 2011 Seite: Nr.25 |
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