palatia Classic
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Das „geheime Band" von Fanny und Felix

Musikfestival „Palatia classic" geht mit Mendelssohn-Abend im Speyerer Rathaus weiter

DIE RHEINPFALZ, den 07. November 2009

Mit einer Ausstellung im Rathaus-Pavillon, einem Vortrag von Luise Hackelsberger und Kompositionen der Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn, vorgetragen vom Vocal Ensemble Palatia Classic, Hisako Krämer-Nishizawa und Leo Krämer, ging das Musikfestival „Palatia classic" am Donnerstagabend im Speyerer Ratssaal weiter.

Im April 1834 schrieben Felix Mendelssohn und seine Frau Cecile auf Hochzeitsreise in Speyer begeisterte Briefe an die Lieben zu Hause: Sie sind glücklich, das Wetter ist schön, Speyer ist wunderbar, die Unterkunft so gut, wie man sich nur wünschen kann, sie essen viel zu viel, gehen im Domgarten spazieren, zeichnen und Felix versucht mit dem Fernrohr über den Rhein zu schauen. Nur die Krypta ist eine Enttäuschung: Sie ist verschlossen, und die Gräber sind sowieso zerstört.

Luise Hackelsberger aus Neustadt ist eine Ur-Urenkelin von Fanny Mendelssohn (wir berichteten ausführlich in der Ausgabe vom 2. November), und so konnte sie in ihrem Vortrag nicht nur auf profundes Wissen zurückgreifen, sondern mit Zitaten aus persönlichen Briefen den Zuhörern die Mendelssohns mit Wärme näherbringen. Besonders Fanny, drei Jahre älter als Felix, musikalisch ebenso begabt und ebenso sorgfältig ausgebildet, ließ sie aus dem Schatten ihres Bruders heraustreten.

Er wurde zu einem der größten Musikstars seiner Zeit mit Reisen zu den kulturellen Zentren Europas und Bekanntschaften mit allen Geistesgrößen der Zeit. Die ganze musikalische Brillanz seiner Schwester als Pianistin, Chorleiterin und Komponistin führte dagegen nur zur Leitung der „Sonntagsmusiken" im Hause Mendelssohn - halböffentlichen Familienveranstaltungen, wenn auch auf höchstem Niveau mit bis zu 200 Gästen. Erst spät emanzipierte sie sich von ihrer Familie und fing an, einige Kompositionen selbst zu veröffentlichen. Das „geheime Band" der Musik zwischen den Geschwistern hatte jedoch Bestand bis zum Tod der beiden im Abstand weniger Monate.

Den lebendigen und persönlichen Vortrag umrahmten Chorlieder aus dem Zyklus der „Lieder, im Freien zu singen", wie sie auch bei den „Sonntagsmusiken" aufgeführt wurden, der vierhändig gespielte „Hochzeitsmarsch" und Stücke aus den „Liedern ohne Worte", gespielt von Hisako Krämer-Nishizawa.

von Andrea Dölle

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Speyerer Rundschau
Ausgabe: Nr.259
Datum: Samstag, den 07. November 2009
Seite: Nr.21

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